Unbedingt sehenswert ist in Arequipa das Kloster "Monestario de Santa Catalina". Das Wort Kloster wird der Anlage gar nicht gerecht, man muss vielmehr von einer Klosterstadt sprechen. Von den Dominikanern im 16. Jahrhundert gegründet, lebten hier zeitweilig bis zu 450 Menschen, ein Drittel Nonnen, zwei Drittel Bedienstete. Mit ihren Bediensteten, eigenen Zimmern und teilweise sogar ganzen Wohnungen lebten die Nonnen besser als die meisten Einwohner Arequipas. Bis dann im 19. Jahrhundert der Papst einschritt und auf seine Anordnung hin einige der Annehmlichkeiten entfallen mussten. Für die Öffentlichkeit ist das Kloster seit 1970 geöffnet. Heute kann jeder durch die Terrakotta-roten Straßen wandern, die immer wieder mal auch von kräftig blauen Arealen unterbrochen werden. So ein wundervolles Ambiente...
Heute konnten wir endlich mal etwas länger schlafen, bevor wir zu unserer Erkundungstour durch Arequipa starteten, den kulturellen Zentrum Südperus.
Zunächst steuerten wir zwei Aussichtspunkte an, von denen man eine tolle Sicht auf die drei, zum Teil noch aktiven, „Hausvulkane“ von Arequipa und auch auf die Stadt selbst hat. Danach spazierten wir durch die koloniale Altstadt mit dem imposanten Plaza de Armas und seiner schönen Kathedrale.
Das Zentrum der Stadt gilt als Unesco Weltkulturerbe. Eine wirklich schöne, ja sogar lebenswerte Stadt, mit schönen Gebäuden und vor allem unheimlich sauber, im Vergleich zu allem was wir bisher in Peru gesehen haben.
Außerdem besuchten eine Markthalle. Hier konnten wir an einem Obststand einiges über außergewöhnliche Früchte lernen und diese auch probieren.
Am Mittwoch haben wir im Grunde den ganzen Tag mit Busfahren verbracht. Natürlich auch mal unterbrochen von kurzen Zwischenstopps um den ein oder anderen schönen Ausblick zu genießen, Pinkelpausen einzulegen (für die man sich im Voraus einen Vorrat an 1-Sol-Münzen aufgebaut haben sollte) und mittags in ein Restaurant am Wegesrand einzukehren.
Insgesamt waren wir etwa 600 km und über 12 Stunden von Puerto Inca bis Arequipa unterwegs.
Wir waren schon extra früh um 6:30 Uhr aufgebrochen, da wir wussten, dass wir eine große Baustelle passieren mussten. Und Baustellen in Peru haben so ihre Besonderheiten. Da steht man schonmal eine ganze Weile im Stau, ohne dass sich irgendetwas bewegt. Hin und wieder wird dann mal eine Fahrtrichtung freigegeben, ohne dass das in irgendeiner Weise berechenbar wäre. Unser Plan war, durch die Baustelle zu kommen, während die Arbeiter Mittagspause machen. Hat aber nicht ganz geklappt, so dass wir das Staugeschehen hautnah miterleben und genießen durften…
Auf dem weiteren Weg konnte man dann beobachten, wie die Landschaft sich veränderte, weg von den lebensfeindlichen Wüsten an der Küste hin zu einer Art Wild West Ambiente, bei dem sich dem Sand immer mehr grünes Gestrüpp beimischte und die Felsen schroffer wurden.
Angekommen in Arequipa bezogen wir unser Hotel und zogen dann noch einmal mit unserem Guide Alejandro los, der uns einen ersten Eindruck von seiner Heimatstadt verschaffte. Außerdem hatte er sich für uns noch ein besonderes Highlight überlegt: Wir kehrten in eine Bar ein, dessen Betreiber er kannte. Und dort konnte jeder dann seinen eigenen Pisco Sour mixen. Den werden wir uns zukünftig bestimmt auch zuhause mal selber machen…
Den Dienstagnachmittag und die Nacht verbrachten wir in Puerto Inca, einer kleinen abgelegenen Badebucht, in der es tatsächlich nur unser Hotel und einige Inka-Ruinen gibt.
Wir unternahmen eine kurze Wanderung durch die bizarre Klippenlandschaft, vorbei an den Ruinen und zahlreichen Rotkopfgeiern.
Der Abend war dann recht kurz, da wir zum einen sehr müde vom frühen Aufstehen waren und es zum anderen auch früh dunkel und dann schnell unangenehm kalt wird. Da die meisten Zimmer hier keine Heizung haben, bleibt einem kaum was anderes übrig, als es sich schnell unter der Bettdecke gemütlich zu machen.
Heute stand nochmal Nazca-Kultur auf dem Plan. Zuerst besuchten wir das über 2000 Jahre alte Kultzentrum Cahuáchi, mit seiner 30 Meter hohen zentralen Pyramide und mehreren Zeremonieplätzen. Hier lebten vermutlich Priester und hielten öffentliche Zeremonien ab, um die Götter z.B. um Regen zu bitten oder dafür zu danken.
Nach dem Tod eines Priesters bekam jeder neue Priester eine eigene, neue Pyramide.
Wir hatten das Glück, sehr früh am Morgen die Ausgrabungsstätte ganz für uns alleine zu haben.
Anschließend führte uns eine kilometerlange Buckelpiste zum Cemeterio de Chauchilla, einem Begräbnisplatz, der bis ins 9. Jahrhundert hinein aktiv genutzt wurde. Leider wurden die Gräber von Grabräubern geplündert, die Grabbeigaben wie Keramik und Schmuck stahlen und auch die mumifizierten Leichen beschädigten. Daher lässt sich kaum noch etwas über die Herkunft der Toten sagen.























































