Von unserer Unterkunft in Sorrent aus konnten wir auch ganz einfach mit den Zug zu den historischen Ausgrabungsstätten Herculaneum und Pompeji. Die beiden antiken Orte erlangten traurige Berühmtheit durch den Ausbruch des Vesuvs im Jahre 79, dem die Orte zum Opfer gefallen sind. Es heißt, dass bei dem gewaltigen Ausbruch die Energie von etwa 100.000 bis 200.000 Hiroshimabomben freigesetzt wurde. Auch wenn dem Ausbruch bereits Erdbeben vorausgingen, wurden die Menschen trotzdem völlig unvorbereitet getroffen, da der Vulkan zuvor rund 700 bis 800 Jahre geruht hatte. Die archäologischen Stätten ermöglichen heute einen einzigartigen Einblick in den antiken Alltag, vor allem da hier nicht nur monumentale Bauten erhalten sind, sondern ganze Straßenzüge mit Wohnraum, Handwerksbetrieben, Tavernen, die das Leben ganz normaler Bürger erlebbar machen. Pompeji ist auch berühmt für die bei Ausgrabungen gewonnenen Gipsabgüsse von Menschen, die im Moment des Untergangs von Asche und Bimsstein eingeschlossen wurden. Sie machen das Grauen, dass die Menschen erlebt haben, greifbar. Traditionell wird der Ausbruch übrigens anhand alter Schriften auf den 24. August datiert. Neuere Funde wie eine Kohleinschrift und herbstliche Früchte sprechen allerdings eher für Oktober. Könnte also sein, dass wir vielleicht sogar zum Jahrestag des Ausbruchs vor Ort waren...
Wenn man hier in der Gegend ist, darf ein Ausflug nach Capri natürlich nicht fehlen. Sorrento ist dafür der optimale Ausgangsort und nur eine kurze Fährfahrt entfernt. Wir hatten beim Besuch von Capri gemischte Gefühle... der Massentourismus ist hier definitv angekommen und das Image Capris als Insel der "Reichen und Schönen" spiegelt sich vor allem bei den Preisen wider. Man zahlt hier - selbst in der Nebensaison - locker doppelt so viel wie in Neapel oder auch auf Ischia. Trotzdem muss man sagen, dass die Insel einfach wunderschön und definitiv einen Ausflug wert ist. Aber auch in Sorrento lässt es sich gut aushalten. Besonders schön ist es abends an der Marina Grande, dem alten Hafenviertel von Sorrento.
Am Montag ging es mit der Fähre weiter nach Ischia. Während wir am Anreisetag bei herrlichstem Wetter Aperol Spritz in der Strandbar schlürfen konnten, wurde das Wetter in den darauffolgenden Tagen immer schlechter. Trotzdem konnten wir am Dienstag auf den höchsten Gipfel der Insel wandern, den Monte Epomeo. Während der Ausblick auf unser Hafenstädtchen Forio anfangs noch super war, stellte sich bald heraus, dass der Gipfel vollständig wolkenverhangen bleiben würde und uns der 360Grad-Blick über die gesamte Insel verwehrt bleiben würde. Der Mittwoch war geprägt von wechselhaftem Wetter mit Regen, Sturmböen und Gewitter. Daher nutzten wir die Gelegenheit, eines der typischen Thermalbäder aufzusuchen. Hier konnten wir in den bis zu 40 Grad heißen Thermalbecken und in der wunderschönen Anlage direkt am Meer wunderbar relaxen. Unsere Weiterfahrt mit der Fähre nach Sorrento stellte sich dann als schwieriger heraus als wir dachten: durch einen langanhaltenden Streik der LKW-Fahrer wurde das Schiffsdiesel knapp, so dass mehrere Fähren gecancelt wurden und bis kurz vor der Abfahrt unsicher war, ob wir überhaupt von der Insel runterkommen.
In diesen Herbstferien führt es uns mal wieder nach Bella Italia, und zwar in eine Gegend, in der wir vorher beide noch nicht waren: Die süditalienische Gegend in und um Neapel. Zu Beginn unserer Reise hatten wir allerdings ein bisschen Sorge, ob wir überhaupt ankommen würden, da wir am Abflugtag mehrfach umgebucht wurden und immer wieder Flüge annuliert wurden. Offenbar gab es in Italien ein IT-Problem bei der Flugsicherung. Aber am Ende hat dann mit der Anreise doch noch alles geklappt. Neapel ist schon eine eigenwillige Stadt. Laut, unübersichtlich und auch ein bisschen schmuddelig. Trotzdem hat die Stadt aber irgenwie auch Charme, auch wenn es im Zentrum schon seeehr touristisch zugeht, und sich lauter Fressbuden und Ramschläden aneinanderreihen. Bekanntermaßen ist Neapel auch der Geburtsort der allseits beliebten Pizza. Zwar gab es belegte Fladenbrote schon in der Antike, jedoch kam die Tomate erst später aus Amerika nach Europa. Und die Entwicklung zur heutigen Form mit Tomate und Mozzarella ist dann eindeutig neapolitanisch. Überrascht hat uns übrigens, dass der verstorbene argentinische Fußballstar Diego Maradona, der hier mehrere Jahre überaus erfolgreich gespielt hat, hier immer noch total verehrt wird. Fast wie ein Gott... Halt ein Fußballgott...
























































